Die Initiative „für mich. für uns. für alle.”
fördert ehrenamtliches Engagement in Deutschland

Deutscher Bürgerpreis

2. Preisträger in der Kategorie U21

da-sein.de

Online-Begleitung für Jugendliche und junge Erwachsene in Trauer- oder Sterbesituationen

Auch Kinder und Jugendliche werden mit dem Thema Tod konfrontiert – wenn etwa ein Freund oder ein Verwandter erkrankt. Oder gar sie selbst. Doch wie damit umgehen? Besonders dann, wenn auch das direkte Umfeld der jungen Leute mit Verunsicherung reagiert oder gar aus Hilflosigkeit lieber schweigt. Es entsteht so schnell das Gefühl, dass keiner da ist, der zuhört. Doch auf der Webseite „da-sein.de“ finden die jungen Ratsuchenden einen Gesprächspartner. Die Internetseite wird vom Ambulanten (Kinder-)Hospizdienst Oldenburg betrieben und richtet sich gerade an junge Menschen, bietet Begleitung und Austausch. Und zwar via E-Mail mit ehrenamtlichen, geschulten gleichaltrigen Jugendlichen. Unter dem Motto „Schreiben statt Schweigen“ stehen sie ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung. Sie können sich gut in das Denken und Fühlen junger Trauernder einfühlen. Die ratsuchenden Jugendlichen wiederum können in der Anonymität des Mail-Verkehrs auch sehr persönliche Fragen ansprechen.

Rund 20 Jugendliche sind bei „da-sein.de“ engagiert: Schüler, Auszubildende und Studenten zwischen16 bis 25 Jahren. In einer Schulung lernen sie die Grundlagen der Online-Beratung kennen. Dabei üben sie die Beantwortung von E-Mails, wo es vor allem auch auf die richtige Wortwahl ankommt. Einmal im Monat tauschen sie sich dazu untereinander aus. Zudem werden sie von zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen beraten und regelmäßig weitergebildet. Wann und wo die Ehrenamtlichen ihre Mails schreiben, ist ihnen überlassen. Dauer und Intensität des Kontaktes unterscheiden sich von Fall zu Fall.

Mit ihrem Angebot erreichen die Engagierten gerade auch Ratsuchende in ländlichen Regionen. Dort gibt es kaum Hospize und Palliativeinrichtungen. Große Bekanntheit erreichte die Initiative über ein Video. Darin geht es um die Begleitung einer jungen Krebspatientin, die kurz nach ihrem 18. Geburtstag gestorben ist. Mit diesem Video stieg die Zahl der Seitenaufrufe von „da-sein.de“ um das Dreifache. Das führte dazu, dass die jungen Begleiter heute nicht nur einen, sondern meist zwei Klienten gleichzeitig betreuen. Dabei profitieren sie auch selbst von dem Projekt: Sie erleben, dass sie Menschen helfen können. In Zukunft möchten die jungen Engagierten auf ihrer Plattform auch für geflüchtete junge Menschen da sein. Dazu suchen sie zweisprachige junge Ehrenamtliche, die dafür bei ihnen mitmachen wollen.