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U21: LebensWelten-Figuren Theater Phoenix

Zweiter Preisträger des Deutschen Bürgerpreises 2015

Große Bühne für junge Asylsuchende

Das Theaterstück „LebensWelten“ wühlt viele Zuschauer auf. Sehr nah rückt da fremdes Leid in Form von Geschichten über Krieg, über Liebe, Familie und Freunde, Heimat und Fremde. Die Geschichten berühren darum besonders, weil sie auf den Biografien der Menschen basieren, die sie aufführen. Die Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, Syrien, Pakistan, Nigeria, Kamerun und Serbien. Seit Ende 2013 arbeiten sie mit dem Jugendensemble des „Figuren Theater Phoenix“ zusammen an dem Theaterstück „LebensWelten“ und stellen die Ergebnisse zweimal im Jahr einem öffentlichen Publikum vor.

Die Idee zu diesem Projekt entstand, nachdem junge Asylsuchende eine Vorstellung des Jugendensembles besucht hatten. Sie äußerten den Wunsch, auch selbst Theater zu spielen. Das „Figuren Theater Phoenix“ entwickelte ein Konzept für die Jugendlichen und sicherte sich die Unterstützung seines Fördervereins, der Stadt und einer Bürgerinitiative. Aktuell treffen sich Asylsuchende im Alter zwischen 16 und 25 Jahren einmal wöchentlich mit Mitgliedern des Jugendensembles. Mit vier erwachsenen Profis entwickeln sie während der Proben Szenen zu den Themen, die sie beschäftigen. Manche spiegeln die Armut in ihren Herkunftsländern wider. Andere widmen sich dem Ankommen in der deutschen Gesellschaft. Auch die Weisheit und Poesie ihrer Kulturen findet in Form von Mythen und Gedichten ihren Platz.

Gearbeitet wird mit den Mitteln des Schauspiels, der Pantomime, der Musik und des Figurenspiels. Durch die gemeinsame Arbeit verbessern die jungen Asylsuchenden nicht nur ihr Deutsch. Sie lernen auch das soziale Umfeld und die Themen der deutschen Gleichaltrigen kennen. Diese erhalten im Gegenzug Einblick in fremde Kulturen. Bei den Zuschauern stößt „LebensWelten“ auf große Resonanz. Nach den Auftritten ist Gelegenheit, mit den Schauspielern ins Gespräch zu kommen. Das Theaterspiel gibt den jungen Asylsuchenden eine Möglichkeit, sich auszudrücken. Sie setzen sich mit ihren Schicksalen auseinander und tragen zum Verständnis ihrer Situation bei.

Die Jury des Deutschen Bürgerpreises würdigte besonders, dass das Projekt einen Begegnungsraum für Jugendliche verschiedener Kulturen schafft. Vor allem deswegen, weil ihr Alltag sonst sehr wenig gemein hat. Zudem holen die Auftritte die Flüchtlinge aus ihrer Anonymität und stärken ihr Selbstbewusstsein.