Die Initiative „für mich. für uns. für alle.”
fördert ehrenamtliches Engagement in Deutschland

Deutscher Bürgerpreis

2. Preisträger in der Kategorie Alltagshelden

Runder Tisch für Willkommenskultur Berkenthin

Flüchtlinge bei ihrem Start in Deutschland unterstützen

Als die Bürger von Berkenthin beschlossen, sich für Flüchtlinge zu engagieren, lautete die große Frage: Wie? Im Jahr 2013 war das Flüchtlingsthema zwar im Fernsehen, aber noch nicht in der Gesellschaft angekommen. Vorbilder gab es kaum. Die Berkenthiner beschlossen, systematisch vorzugehen: Sie sprachen mit erfahrenen Behörden und Organisationen und gründeten einen Runden Tisch. Dann sammelten sie Ideen und entwickelten einen Plan. Der enthielt drei Aktionsstränge: Direkte Hilfestellungen für Flüchtlinge im Alltag. Schaffung strukturierter Rahmenbedingungen, die Interessierten ehrenamtliches Engagement erleichtern. Und gegenseitiges Kennenlernen von Einheimischen und Flüchtlingen, um Ängste abzubauen. Heute sorgen rund 50 ehrenamtliche Helfer dafür, dass der Runde Tisch einer der wichtigsten Ansprechpartner für die Betreuung von Flüchtlingen ist.

Basis der vielfältigen Aktivitäten ist ein starkes Netzwerk: Dazu zählen Amtsverwaltung, Kirche und Schulen genauso wie das Familienzentrum, Kindergärten – und natürlich die Menschen in Berkenthin. Viele wollen helfen. Der Runde Tisch hilft ihnen, indem er z. B. Patenschaften oder die Beteiligung an Projekten vermittelt. Zudem entsteht derzeit ein Leitfaden für Paten. Um die Deutschkenntnisse der Flüchtlinge zu verbessern, finden einmal wöchentlich Sprachcafés mit ca. 30 Flüchtlingen und sieben bis neun Helfern statt. Unter dem Motto „Berkenthin isst international“ wird einmal monatlich gemeinsam in der Schulküche gekocht. Und zwar so gut, dass bis zu 90 Teilnehmer zu den gemeinsamen Essen kommen. Als im Amtsbereich Räume frei wurden, richteten die Engagierten eine Kleiderkammer und eine Fahrradwerkstatt ein. Dort werden gespendete Fahrräder hergerichtet und an Flüchtlinge ausgegeben, zusammen mit Verkehrsregeln in ihrer Muttersprache. Neben der Organisation und Vermittlung von Sachspenden wie Möbeln und Geräten wirbt der Runde Tisch außerdem Spendengelder ein. Damit finanziert er seine Aktivitäten.

Die Ehrenamtlichen wissen aus eigener Erfahrung, dass aller Anfang schwer ist. Deshalb beraten die Mitglieder dieses kommunal gut aufgestellten und organisierten Projekts andere Gemeinden bei der Gründung Runder Tische. Unter anderem stellen sie ihnen Präsentationen zur Verfügung. Denn ihre Erfahrungen sind gut übertragbar. Dank ihres Engagements gibt es nun eine lebendige Willkommenskultur im Amt Berkenthin. Und die Zuversicht in der Bevölkerung: Wir schaffen das.