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Deutscher Bürgerpreis

2. Preisträger in der Kategorie U21

Speyer ohne Rassismus – Speyer mit Courage

Zivilcourage insbesondere in Schulen fördern

„Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“ ist ein Projekt des Vereins Aktion Courage e. V. Er hatte schon 1992 das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ins Leben gerufen. Wollen Schulen diesen Titel bekommen, müssen sie Zivilcourage-AGs gründen, die dann Aktionen gegen Rassismus und Diskriminierung veranstalten. 2014 trugen in Speyer drei Schulen diesen Titel. Andere bewarben sich darum. Den Titelträgern war ihr Schulprojekt bald nicht mehr genug. Ihr Ziel: Speyer zur ersten „Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“ in Rheinland-Pfalz zu machen. Sie holten den Jugendstadtrat ins Boot. Dessen Mitglieder setzten sich mit ungeheurem Engagement dafür ein. Sie gründeten eine Projekt-Steuerungsgruppe mit Vertretern aus 22 Schulen, Vereinen und Institutionen und schoben die Projektarbeit an. Die folgenden Aktionen waren beispiellos und vorbildlich zugleich. Nach einer fast zweijährigen Projektphase trägt Speyer seit Oktober 2015 nun den Titel „Stadt ohne Rassismus – Stadt mit Courage“.

Der Titel ist Anerkennung, aber auch Ansporn für die jungen Engagierten. Kontinuierlich arbeiten sie an der Fortsetzung dieses Projekts für Demokratie: Sie veranstalten den „Poetry Slam statt Rassismus“, Spieletage mit Flüchtlingskindern und interkulturelle Abende. Außerdem haben sie eine Dolmetscherdatenbank initiiert, um Kinder und Jugendliche bzw. Familien mit Verständigungsproblemen gezielt zu unterstützen. Sie veranstalten Benefiz-Fußballturniere, deren Einnahmen an das Asylheim gehen. Auf Stadtfesten sind sie mit Infoständen vertreten. Unter dem Motto „Speyer Hand in Hand gegen Rassismus“ veranstalteten sie im Juni eine sehr öffentlichkeitswirksame Menschenkette quer durch die Speyerer Innenstadt. Außerdem unterstützt die Projektgruppe andere Schulen, die sich zu „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ entwickeln wollen. Gemeinsam mit dem Bündnis für Demokratie und Zivilcourage bot sie im März ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen an. Das soll nun zur festen Einrichtung werden. Und für die Zukunft sind in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendtheater Speyer „Theaterspaziergänge“ mit Flüchtlingen geplant.